Matthias Welker – STILL SHOOTING ON FILM

Viele Fotografen haben im Laufe der letzten Jahre ihre Filme gegen Speicherkarten getauscht und anstatt der schwarzen Kamerarückwand glänzt nun ein hochauflösendes Display. Immer seltener findet man jemanden, der ausschließlich auf Film fotografiert und den aufwendigen analogen Prozess dem schnelleren digitalem vorzieht. Matthias allerdings setzt weiterhin auf den analogen Charme.

 

Hey Matthias, stell dich doch einmal kurz vor.
Mein Name ist Matthias Welker (37), ich komme aus Erlangen in der Nähe von Nürnberg und mache Fotos.

Wie bist du zur Fotografie gekommen?
In meinem Umfeld gab es zwei, drei Leute die in der Materie Fotografie recht aktiv waren. Dann habe ich mich immer mehr dafür interessiert, was die da so treiben und dann kam das Eine zum Anderen.

Warum machst du deine Fotos ausschließlich Analog?
Eigentlich eine gute Frage, da das analoge Fotografieren ja auch ziemlich zeit- und kostenintensiv ist. Aber irgendwie bin ich bei dem ganzen analogen Zeug hängen geblieben.

Fotografierst du ausschließlich Schwarz-Weiß oder gibt es auch Sachen in Farbe, die irgendwo im Verborgenen liegen?
Anfangs hatte ich natürlich auch mal einen Farbfilm in der Kamera aber mittlerweile fotografiere ich ausschließlich Schwarz-Weiß.

Hat das einen bestimmten Grund?
Mir sagt persönlich eher ein Schwarz-Weiß Foto zu als eins in Farbe.

Entwickelst du deine Fotos selber? Hast du eine eigene Dunkelkammer?
Ja, ich entwickle alle meine Filme bei mir zu Hause. Einen Film selbst zu entwickeln ist eigentlich auch keine große Sache, wenn man weiß worauf man achten muss und welche Materialien man benötigt. Eine Dunkelkammer hab ich nicht und mache somit auch keine Abzüge im klassischen Sinn. Nach der Entwicklung digitalisiere ich meine Negative und lasse die Fotos, die ich benötige, extern drucken.

Der Arbeitsprozess ist ja dennoch aufwendiger als der digitale Weg. Kommst du beim Entwickeln hinterher oder  hast du noch ’nen Haufen unentwickelter Fotos rumfliegen?
Ich entwickle nach einer Session eigentlich so gut wie immer sofort meine Filme. Somit hab ich da auch keinen Rückstau mit zu entwickelnden Filmen. Mittlerweile habe ich meinen Prozess auch so optimiert, dass ich da ganz gut zu Recht komme.

Welche Kamera(s) nutzt du für deine Bilder? Hast du eine bestimmte Lieblingskombi aus Kamera plus Objektiv?
Hauptsächlich verwende ich die Canon AE1 (1976) mit einem 50mm Objektiv, was auch mein Lieblingssetup ist. Das gute an der AE1 ist, dass man auch mit kleinem Budget weit kommt. Die Kamera wurde in so einer hohen Stückzahl produziert, dass man leicht an Ersatzteile kommt. Außerdem verwende ich auch ab und zu noch eine Zeiss Ikon Contessa LKE (1962), die ich mal günstig auf dem Flohmarkt ergattert hab. Meine neuste Errungenschaft ist eine Leica IIf (1954), die mich allerdings schon fast zur Weißglut getrieben hat, da ich knapp zwei Jahre gebraucht habe, bis sie richtig gelaufen ist.

Deine Fotos strahlen alle eine gewisse Ruhe aus. Glaubst du, das liegt am analogen Herstellungsprozess? Oder wäre das auch digital möglich?
Ja, ich denke schon, dass das auch digital möglich ist, aber das ist dann eher so wie italienisch essen bei Vapiano. Ein analoges Foto strahlt meiner Meinung nach einen gewissen Charakter aus, der sicherlich auch ansatzweise digital zu erzeugen ist. Aber eben nur Ansatzweise.

Wären digitale Skatefotos mit Blitzen und all dem technischen Equipment auch was für dich?
Das ist eine reine Geschmackssache. Der eine mag ein super geblitztes Hightech-Foto, der andere wiederum ein rumpliges analoges Bild. Ich mag eher Letzteres.

Was macht für dich ein gutes Bild aus und gibt es Fotografen, die dich inspirieren?
Die Komposition eines Fotos ist meiner Meinung nach der Schlüssel zum Erfolg eines guten Fotos. Ich bin auf jeden Fall ein großer Fan von Henri Cartier-Bresson, der bei seinen Fotos immer das ganze Negativ gezeigt hat und nichts beschnitten/gecropped hat. Ansel Adams mit seinen Landschaftsfotografien oder Portraits von Elliott Erwitt. Im Skateboardbereich: Fred Mortagne, Arto Saari, J.Grant Brittain, Glen Friedmann, Jim Goodrich.

Bei Instagram findet man heutzutage auch viele Arbeiten von Fotografen, die analog arbeiten. Wie ist es für dich ein analoges, aufwendig erstelltes Foto auf Instagram zu laden? Ist eher frustrierend oder siehst du eher die positiven Dinge, die Instagram mit sich bringt?
Prinzipiell ist Instagram, meiner Meinung nach, das beste Tool im Social-Media-Bereich, um auf sich aufmerksam zu machen. Wenn allerdings ein Foto im Algorithmus von Instagram verschwindet, dann finde ich das eher nicht so geil. Aber bevor ein Foto auf der Festplatte liegt und es gar keiner sieht, kann man das schon auch bei Instagram posten. Ein Kollege sagte mal zu mir: „Wenn man nicht zeigt, was man macht, sieht auch keiner was man macht.“ So sehe ich das auch eigentlich auch.

http://matthiaswelker.tumblr.com/
https://www.instagram.com/matthias.welker

 

Chris Pfanner, Ollie, Nürnberg

 


Andreas Schmid, Pushing, Erlangen

 

Best Buddy Bolle

 

Martha, Nürnberg

 

50´s Rollerderby Skateboard

 

Chris Pfanner, Hippie Jump, Nürnberg

 

Andreas Schmid, Backside Smithgrind, Erlangen

 

Chris Pfanner, Kickflip, Fürth

 

Shannon Hall, Layback, Erlangen

 

Fabio May, Crooked Grind, Fürth